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La Palma im August 1999

Im Sommer 1999 hatte ich Gelegenheit, mit einem 4”-Semi-APO und einer GP-Monti einige Beobachtungsnächte auf der Canaren-Insel La Palma zu verbringen. Das Equipment passte bis auf das Stativ (Vixen HAL-150), komplett in einen einzigen Photokoffer incl. Telrad, 2,6kg-Gegengewicht, 4 Okulare und Filter insg. ca. 20 kg -den Koffer hätt´s fast zerrissen. Weder in Deutschland noch bei der Einreise nach La Palma gab es Probleme mit Zoll o.ä.

Der deutliche Gewinn an “südlichen” Breitengraden ist zunächst gewöhnungsbedürftig. Findet sich doch das eine oder andere Sternbild an “ungewohntem” Ort. Das Milchstraßenzentrum erhebt sich deutlich über den Horizont und eröffnet bereits mit blosem Auge (fst bis 6,5 - 7,0 mag) eine Vielzahl von Objekten. Der Blick durch das Teleskop verleitet bei einigen wohl bekannten Objekten z.B. M27 fast dazu die Sonnenbrille aufzusetzten. Wer den Transport eines kompletten Teleskop scheut, wird mit einem 10x50 oder 15x80 Bino trotzdem voll auf seine Kosten kommen können.

Hier auszugsweise aus dem Beobachtungsbuch zitiert:
M28, 5,5mag schöner offener Sternhaufen (OS) leicht 30 Einzelstern erkannbar
M16, 6mag Adlernebel, ein OS markiert die Position mit UHC deutlich Nebel und leichte Strukturen erkennbar
M15, 6,5mag Kugelsternhaufen (KS) bei 80-fach Strukturen erkennbar
M17, 6mag Omeganebel, mit und ohne UHC deutlich sichtbar, längliche Form mit Schwanenhals, Beobachtung bei 80-fach problemlos
NGC6712, 8,5mag leicht auszumachender Nebelfeck des KS
M27, 7mag Hantelnebel, mit blosem Auge indirekt auszumachen, im Telrad direkt eingestellt, mit UHC bei 80-fach füllt der PN fast vollständig das Gesichtsfeld, deutliche Strukturen der Hantel erkennbar
NGC 6822, 9mag Bernards Galaxie, keine eindeutige Identifikation allerdings bei der Gelegenheit Trennung von
a1-Capricorni, Algiedie 4,3mag  Distanz 6,4´
 

Die Zahl der potentiellen Beobachtungsstandorte ist schier unerschöfplich. Wer sich die lange Fahrt auf den 2400 m hohen Roque de los Muchachos, u.a. Standort des 4,2m-Spiegels der Isaac-Newton-Group, nicht täglich bzw. nächtlich an tun will, vor allem eine nächtliche Rückfahrt über kurvenreiche Strecken, findet reichlich Alternaiven. Einzig die sich in der Sonne stark aufheizenden schwarzen Lavaflächen führen zu einer örtlichen Einschränkung des Seeings. Selbst in Ortsnähe erreicht man spielend Grenzgrössen von 6,0 mag. So konnte ich nicht selten direkt von der Terasse des Ferienhäuschens am Rande von El Paso in Griffnähe des vorzüglichen örtlichen Weines beobachten, was natürlich im Laufe der Nacht die visuelle Grenzgrösse um mindestens 3mag erhöhte, soll heißen deutlich mehr Sterne zu sehen waren. Zu beachten ist bei der Standortwahl allerdings, dass auf der Ostseite der Insel immer wieder auch kurzfristig dichte Passatwolken heran ziehen, die keine Beobachtungslücken zeigen und teilsweise auch recht hartnäckig sind.

hier zwei links auf die Insel:  http://mitglied.tripod.de/InselWilli/index.html
                                             http://www.lsur.de/lapalma/lugarinteres.htm